Die Geschichte des MGV Ismaning
Im Frühjahr dieses Jahres wird der Männergesangverein gegründet, und zwar unter dem Namen „Liedertafel Ismaning“. Aus den nur spärlich vorhandenen Quellen geht hervor, dass der Gründer des Vereins der Landwirt und Metzgermeister Peter Soller ist (Postfranz Peter). Unterstützt wird er dabei von weiteren Gründungsmitgliedern, wie dem späteren Bürgermeister Andreas Schweiger, den drei Brüdern Deimel, dem Hochzeitslader Michael Öttl, dem Harrerbauern Josef Schießl und dem Kaufmann Alois Riedler. Von Anfang an hat die „Liedertafel Ismaning“ großen Zulauf. Der Pfarrer Gottfried Ziegler, der Bader Ludwig Weber, die Landwirte Max Kraus, Anton Obele, Benno Hartl, Benno Liebl, Matthias Hagn, der Gastwirt Max Stumpf, der Kramer Leonhard Membarth, der Bäcker Johann Gradl, der Schreiner Johann Prohaska, der Zimmerer Melchior Abelshauser und ab 1908 der Lehrer Stefan Britting, sie alle werden als Mitglieder geführt.
Der erste Dirigent ist Lehrer Aubinger, der Vorgänger von Lehrer Britting, der mit seinem jungen Chor im Nebenzimmer der Postwirtschaft jede Woche seine Gesangprobe abhält, vom Gastwirt Georg Soller freundlich aufgenommen. Bald ist die Liedertafel in der Lage, den Kirchenchor zu unterstützen, Liederabende zu gestalten und Singspiele aufzuführen
Anlässlich der Grundsteinlegung für den Neubau der Pfarrkirche bringt die Liedertafel dem Erzbischof Freiherr von Stein am Vorabend ein Ständchen.
Das musikalische Programm anlässlich der Einweihung der Kirche wird ebenfalls von den Sängern bestritten.
Im Mai kommt es – als Folge vereinsinterner Spannungen – zu einer Spaltung: Als Konkurrenz zur „Liedertafel“ entsteht der „Liederkranz“, der sein Vereinslokal beim Neuwirt (Besitzer Korbinian Schmidramsl) hat. Am 5. Juli stellt sich der neue Verein mit einem Sängerkommers der Ismaninger Öffentlichkeit vor, und zwar unter dem Wahlspruch: „Nur im-mer lustig und guter Ding’, das ist der Liederkranz Ismaning!“ Auch die Liedertafel Unterföhring und der Bäckergesangverein München nehmen an dieser Feier teil.
Der im August des Jahres beginnende 1. Weltkrieg (1914/18) bringt die Tätigkeit beider Vereine vollständig zum Erliegen. Die letzte Aktivität ist eine Wohltätigkeitsveranstaltung im Postsaal für das Rote Kreuz. Dem Zeitgeist entsprechend ist auch die Liederauswahl: „Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren...”, „Das Grab in der Heide...“, „Zieh hinaus...“, „Des Seemanns Los...“.
Der grausame Krieg, in dem viele Vereinsmitglieder ihr Leben gelassen haben, ist zu Ende. Die Sangestätigkeit kann wieder neu aufleben: Die Weihnachts- und Begrüßungsfeier für die aus dem Felde heimgekehrten Mitglieder wird von beiden Vereinen festlich gestaltet. Folgende Lieder werden vorgetragen: „Im herrlich deutschen Eichenhain...“, „Wie’s daheim war...“, „Grüße an die Heimat...“, „Grüß mei liab’s Mutterl...“
Ermutigt durch die friedlichen Kontakte beider Vereine versucht der Gutsverwalter Wilhelm Greinwald im Februar, die Ismaninger Sänger wieder zu vereinen, scheitert jedoch an der Frage des Vereinslokals, wie einem Brief von Korbinian Schmidramsl zu entnehmen ist.
Im Juli des Jahres 1919 kommt es dennoch zur Vereinigung von „Liederkranz“ und „Liedertafel“ zum „Gesangverein Ismaning“, aus dem dann der Männergesangverein wird. Die in diesem Zusammenhang erstellte neue Satzung hat bis 1998 Gültigkeit.
Der § 1 besagt: „Zweck des Vereins ist die Pflege des deutschen Männergesanges und der geselligen Unterhaltung, wobei Gespräche über Politik zu unterlassen sind.“ Die schwierige Frage des Vereinslokals ist auch entschieden: Der Gasthof „Zur Mühle“ bietet bis heute – also seit 87 Jahren – dem Verein eine ausgezeichnete Herberge.
Obwohl Korbinian Schmidramsl, der Neuwirt, den „Liederkranz“ verloren hat, bleibt er Mitglied und wünscht dem neuen Verein, dass er blühen und gedeihen möge – ein Wunsch, der in Erfüllung geht. So wird im September 1919 der erste gemeinsame Sängerausflug nach Erding durchgeführt, und zwar mit vier Gespannen.
Unter dem neuen Vorstand Josef Deller fährt der Verein im August nach Hohenschäftlarn zur Fahnenweihe des dortigen Gesangvereins. Zum Patenbitten wird diese Fahrt im Dezember wiederholt.
Dieses Jahr bedeutet für den Gesangverein einen Höhepunkt seiner Geschichte, er feiert nämlich am 5. Juni sein 25-jähriges Gründungsfest mit der Weihe der neuen Vereinsfahne. Den Preis von 6.000 Inflationsmark haben die großzügigen Spender aus der Bevölkerung aufgebracht. Fahnenmutter ist Frau Katharina Seidl, die auch Herbergsmutter des Vereins ist, Fahnenbraut ist Maria Seidl vom Seidlmüller, und Fahnenjunker ist Sepp Hörl, der Baufestl Sepp. Es ist ein großartiges Fest, das mit dem Hohenschäftlarner Patenverein, den zahlreichen Brudervereinen und der 40 Mann starken Militärkapelle des Pionierbataillons München bei strahlendem Wetter gefeiert wird. Maßgeblichen Anteil am guten Gelingen hat der Vorstand Josef Deller und der unermüdliche Chorleiter August Augustin, der u.a. den „Festgruß“ von Schauseil einstudiert hat.
Als gelungenes Fest geht auch die Fahnenweihe der Eittinger Sänger, bei der die Ismaninger die Patenschaft übernommen haben, in die Vereinsgeschichte ein. Die Wahl war auf Ismaning gefallen, weil im Umland von Eitting kein Gesangverein existierte.
Der Verein schließt sich dem Isartal-Sängergau an und nimmt regelmäßig an den gemeinsamen Treffen teil, bei denen jedes mal ein Sängerwettstreit ausgetragen wird. – Der Frohsinn dieses Sängertreffens schlägt einmal in Todesangst um, als die Ismaninger bei einem schweren Sturm mit unheimlichem Wellengang von Tutzing aus den Starnberger See überqueren. Dies geschieht anlässlich der Teilnahme am Gausängertreffen in Münsing-Ammerland.
In diesem Jahr schließen sich zehn aktive Sänger zu eine Stammtischgesellschaft zusammen, die sich die "Pfunderer" nennen und von denen jeder seinen eigenen Spitznamen hat. Sie bilden eine besonders lustige und trinkfeste Gruppe gemäß ihrem Trinkspruch "Pfundi gsuffa!" Über Ihre ausgefallenen Späße wird in Ismaning noch lange gelacht.
Der Chorleiter August Augustin, der mit seinem Können und seinem unermüdlichen Einsatz den Gesngverein auf ein beträchtliches Niveau gebracht hat, feiert seine Silberhochzeit. Die dankbaren Sänger bringen ihm ein Ständchen und schenken ihm ein nagelneues Fahrrad, um ihm die wöchentliche Fahrt von Milbertshofen zu erleichtern.
Bei der Fahnenweihe des Aschheimer Gesangvereins übernimmt Ismaning die Patenschaft und rückt dabei mit mehreren Festwagen an. Neben den Sängern beteiligen sich auch die Veteranen, die Burschen und die beiden Ismaninger Schützenvereine am Festzug.
Das 30-jährige Gründungsfest wird aus unbekannten Gründen verspätet, aber dann umso festlicher gefeiert: Schon am Vorabend des 27. Juli werden die Gründungsmitglieder in einem Festkommers geehrt. Tags darauf zieht - von einer großen Zuschauerkulisse gesäumt - der Festzug mit drei Musikkapellen durch das Dorf. Stolz wird dabei auch die 1921 geweihte Vereinsfahne präsentiert, wie das Gruppenbild aus dem Schlosspark beweist.
Peter Sigl löst Josef Deller als 1. Vorstand ab. Es beginnt eine äußerst aktive Vereinstätigkeit.
Hans Soller wird nun 1. Vorstand, nachdem er schon seit 1924 als 2. Vorstand fungiert hat. Er führt mit viel Schwung die umfangreichen Aktivitäten weiter, bis äußere Umstände das Vereinsleben zum Erliegen bringen: Berühmt werden die „Bunten Abende“, die jedes Jahr abwechselnd im Post- und Neuwirtssaal veranstaltet werden, dazu das „Werbesingen“ an öffentlichen Plätzen, die vielen Geburtstags- und Jubiläumsständchen. Neben den regelmäßigen Sängertreffen kommt es sogar innerhalb der örtlichen Sängerschar zu einem richtigen Preissingen. Mit Stolz verweist der langjährige Chronist Michael Brandmeir (1931 bis 1962) auf das reiche kulturelle Leben des Vereins.
Durch die vielen Einberufungen von aktiven Sängern zum Arbeitsdienst und zur Wehrmacht wird das Vereinsleben immer ruhiger. Es ist kaum mehr möglich, Sängerabende durchzuführen. Seit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges im September 1939 treffen sich die Sänger fast nur noch zu traurigen Anlässen, wie die Heldenehrung gefallener Mitglieder.
Die letzte Versammlung während des Krieges wird am 5. Januar des Jahres protokolliert: Hans Schießl löst dabei Hans Soller als ersten Vorstand ab. Das Vereinsleben kommt völlig zum Erliegen.
„Vom Alpenland durchs Isartal, das deutsche Lied tönt überall!“ Mit diesem Sängerspruch als Einleitung berichtet der Schriftführer Michael Brandmeir von der Auferstehung des Männergesangvereins, nachdem Sepp Deller am 10. Oktober die alten und jungen Sänger zu einer Versammlung zusammengerufen hat. Dabei wird er zum 1. Vorstand gewählt, und Herr Augustin übernimmt wieder die Chorleitung. Langsam füllt sich auch durch spendenfreudige Mitglieder die leere Vereinskasse. Zur großen Freude der Ismaninger ertönen zu Allerheiligen die altbekannten Lieder des MGV auf dem Friedhof. Die Weihnachtsfeier am Stephanietag zeugt von einem starken Zusammengehörigkeitsgefühl: So wird u.a. bei der Christbaumversteigerung der Gipfel 30mal gesteigert, der FC Ismaning spendet 200 DM und Anton Schulz stiftet sogar ein lebendiges Ferkel als Glücksschwein, das ebenfalls versteigert wird.
Die vergangenen entbehrungsreichen Jahre und auch die sanierte Finanzlage des Vereins lassen die Freude am Feiern wieder zurückkehren: Der Verein nimmt am 25-jährigen Gründungsfest des MGV Oberföhring teil und gestaltet die Primizfeiern von Michael Deimel und Engelbert Grau mit seinen schönen Weisen.
Auf Initiative von Hans Soller wird das „Sängertreffen der Vereine des Münchener Nordostens“ ins Leben gerufen. Am 4. Juni findet das erste Treffen statt, und zwar im Garten des Gasthofes „Lechner“ in Unterföhring. Eingeladen hat der dortige MGV. Neben den Ismaningern wirken auch die Männerchöre aus Aschheim, Denning-Englschalking, Oberföhring und Garching mit. Durch das Programm führt der bayrische Dichter Michel Ehbauer; der Roider Jackl, der berühmte G’stanzlsänger, tritt als Solist auf. (An den späteren Sängertreffen beteiligen sich der MGV aus Denning-Englschalking und aus Garching nicht mehr, dafür kommen die Vereine aus Feldkirchen, Trudering, Berg am Laim und Heimstetten neu hinzu).
Am 3. Januar wird Hans Soller erneut zum ersten Vorstand gewählt und führt den Verein unter großem Einsatz weitere zehn Jahre.
Am 15. Juli wird das 60-jährige Gründungsfest gefeiert, das als einer der Höhepunkte in die Vereinsgeschichte eingeht: Neunzehn Gesangvereine, zwei Musikkapellen, die vielen hübschen Festjungfrauen und die bespannten Wagen mit den Ehrengästen bilden den Festzug, der sich durch das fahnengeschmückte Dorf zum Festplatz im Hain zieht. Leider wird der Wunsch der Sänger, den Festgottesdienst im Schlosspark abzuhalten, vom Herrn Pfarrer nicht erfüllt.
Der allgemeine Sängerbund lädt am 30. März in das Deutsche Museum zu einem Sängertag ein, an dem die Ismaninger teilnehmen. Mit dem Volkslied „Bettelmann’s Hochzeit“ unter der Leitung von Hartmut Keil ist der MGV Ismaning sogar im Rundfunk zu hören. Am 9. November des Jahres nimmt der MGV mit dem „Schottischen Bardenchor“ Abschied von seinem früheren, allseits beliebten Chormeister August Augustin, der den Chor von 1921 bis 1951 betreut hat.
Hans Jörg Scherr wird Chorleiter. Er erweist sich als ein herausragender Könner seines Faches. In Folge begeistert der MGV bei zahlreichen Auftritten sein Publikum. Nicht zuletzt ist dies auch auf eine große Anzahl hervorragender Sänger in allen vier Stimmen zurückzuführen. Der beliebte Dirigent bleibt dem Verein nicht lange erhalten. Nach nur eineinhalb Jahren muß er aus beruflichen Gründen den Taktstock wieder niederlegen.
Vorstand Hans Soller stellt sich nicht mehr zur Wiederwahl. Auch eine Laudatio über seine erfolgreiche Vereinsführung kann ihn nicht umstimmen. Nachfolger wird Michael Brandmeir jun.
Das 25-jährige Priesterjubiläum von Pfarrer Bengl wird vom MGV mitgestaltet.
Unter Vorstand Heinrich Berg begeht der MGV sein 70-jähriges Gründungsjubiläum. Im Rahmen eines „Bunten Abends“ wird dieses Jubiläum am 11. Dezember im Postsaal begangen. Wolfram Machalitzky glänzt mit der „Beichte“ von Franz von Suppé und dem Altmünchner Couplet: „I bin der Stolz von der Au...”. Die beiden Einakter „Warum? Darum!“ und die „Feuerwehrübung von Dimpfelhausen“ tragen ebenso zur Belustigung bei wie Richard Wanzinger, der mit Witz und Humor durch das Programm führt.
Der MGV schließt sich einem weiteren sog. „Sängertreffen” an, das zu einer festen Einrichtung wird und jedes Jahr am Freitag oder Samstag vor dem Palmsonntag stattfindet. Die Vereine des Münchner Nordens aus Bruckberg, Eching, Marzling, Landshut-Achdorf und seit 1992 auch aus Unterföhring, sind hier beteiligt. Albert Neuhauser (rechts)dirigiert in den folgenden drei Jahren den Chor.
Freising, das lange Jahre an den Treffen teilgenommen hat, muss 1993 aussteigen, da mit den wenigen noch aktiven Sängern keine regelmäßigen Probenabende mehr abgehalten werden können.
Später nehmen auch der MGV Eching (ab 2003) und der MGV Unterföhring (ab 2004) nicht mehr am jährlich stattfindenden „Palmsamstagsingen“ teil. An ihre Stelle treten ab 2005 die Männerchöre aus Altdorf und Ergolding.
Julius Kardinal Döpfner vollzieht die Einweihung der neuen Pfarrkirche und des Pfarrzentrums. Er wird von den Sängern mit dem Lied „Das ist der Tag des Herrn“ begrüßt und nach der Feier mit dem Beethoven-Chor „Die Himmel rühmen“ verabschiedet.
Unter Vorstand Ludwig Soller feiert der Verein am 26. und 27. Juni
sein 80-jähriges Gründungsjubiläum. Einen besonderen Glanz bekommt
dieses Fest durch die Blaskapelle aus Ainet in Osttirol. Ein aktiver
Sänger, Franz Gliber, gebürtiger Aineter, hat dieses Arrangement
vermittelt, aus dem sich in der Folgezeit eine erfreuliche
Sängerfreundschaft entwikkelt. Ein Standkonzert mit flotten Märschen und
Liedern – im Innenhof des Pfarrzentrums von der Blaskapelle gestaltet –
begeistert Hunderte von Zuschauern. Anschließend marschieren die
aktiven Sänger mit den Musikern zur Brennereihalle, wo ein „Bunter
Abend“ stattfindet. Mehrere Lieder, der von Mitgliedern des
Bauerntheaters aufgeführte Einakter sowie die flotte Musik der
Festkapelle finden erneut den Beifall des Publikums in der vollbesetzten
Halle. Tags darauf gestaltet der MGV zusammen mit den Chören aus
Eching und Lohof, unterstützt von der Tiroler Blasmusik, einen
eindrucksvollen Festgottesdienst im Schlosspark. Anschließend bewegt
sich der Zug mit seinen sechzehn Vereinsfahnen und den zwei
Musikkapellen bei strahlendem Wetter durch das geschmükkte Dorf, bis er
sich im schattigen Biergarten der Mühle auflöst.
Der langjährige Chorleiter Ludwig Tremmel gibt wegen seiner anderweitigen Verpflichtungen den Taktstock ab. Rudolf Pollmann übernimmt den Chor.
Michael Schmid wird zum 1. Vorstand gewählt. Am 22. Juli gratuliert der MGV dem MGV Unterföhring zum 60-jährigen Bestehen, wobei er auch musikalische Grüße überbringt. Spiegelbild der Festtagsfreude ist nicht zuletzt der Hinweis des Chronisten Andreas Schweiger, dem Schankkellner sei am Nachmittag das Bier ausgegangen.
Der 2. Vorstand Josef Rottmaier nimmt die Anregung des früheren Vorstandes Hans Soller auf und setzt durch, dass von nun an der Verein bei Auftritten einheitlich gekleidet ist, und zwar mit schwarzer Hose, weißem Hemd und Krawatte.
Am 10. November lädt der Sängerkreis Lohhof zum „Johann Pöschl-Gedächtnissingen” ein. Insgesamt treten sieben Vereine in einen Sängerwettstreit. Als der MGV Ismaning von der Jury auf Platz sechs gesetzt wird, fühlt er sich benachteiligt und nimmt an diesem Treffen nie mehr teil.
Auf Initiative von Josef Rottmaier findet das 1. Ismaninger Starkbierfest mit Steinheben mit allen Ortsvereinen im Postsaal statt. Zur Unterhaltung spielt die Herrschinger Blasmusik unter der Leitung des unvergessenen Alois Eisenreich. Der Postsaal, der kurz vor der Schließung steht, ist viel zu klein, um allen Besuchern Platz zu bieten. Diese Veranstaltung ist mit ein Grund, den Postsaal noch bis zur Eröffnung des neuen Ismaninger Bürgersaals den Vereinen zur Verfügung zu stellen. Im Oktober wird die neue große Orgel in der Pfarrkirche eingeweiht. Beim Sonntagsgottesdienst am 26. Oktober singt der MGV die „Deutsche Messe“ von Michael Haydn und wird dabei von Herrn Neithart-Bethke, einem großen Kirchenmusiker, auf der Orgel begleitet.
Zum 85-jährigen Gründungsfest wird im Postsaal ein „Bunter Abend“ veranstaltet, zu dem Bürgermeister Zeitler und der stellvertretende Landrat Josef Schmuck erscheinen. Neben anderen Werken wird die „Europareise“ aufgeführt. Ein hervorragender Auftritt der Sänger unter der Leitung von Dirigent Rudolf Pollmann, der von 1978 bis 1988 als Chorleiter im Verein tätig ist.
Das Ismaninger Bürgerhaus wird am 27. November eingeweiht und steht den Vereinen künftig für Veranstaltungen zur Verfügung. Sie beteiligen sich auch vollständig und aktiv an der Einweihungsfeier. Der MGV singt dabei die beiden Lieder „Die Post im Walde” und „La Pastorella”.
Im Rahmen seines 60-jährigen Gründungsfestes lässt der MGV Harmonie Eching seine neue Standarte weihen. Die Ismaninger Sänger übernehmen die Patenschaft und gratulieren mit den Liedern „Zu Rüdesheim in der Drosselgass’“ und „La Pastorella“. Auch bei der Gestaltung des Festgottesdienstes beteiligen sie sich gemeinsam mit den Chorgruppen des Münchner Nordens, die im sog. „Palmsamstagsingen“ zusammengeschlossen sind. Ludwig Tremmel ist zu diesem Zeitpunkt Dirigent des MGV Eching.
Der MGV nimmt Abschied von seinem Ehrenvorstand Hans Soller, dem der Verein sehr viel zu verdanken hat. Als 1. Vorstand von 1933 bis 1941 sowie von 1951 bis 1960 hat er den Verein entscheidend geprägt. Die dankbaren Sänger gestalten den Seelengottesdienst mit der Haydnmesse und verabschieden sich am Grab mit zwei Liedern: „Stumm schläft der Sänger“ und „S’is Feierabend“.




Als großes Fest geht das 90-jährige Gründungsjubiläum am 14. und 15.
Juni in die Vereinsgeschichte ein: Nachdem die 1921 geweihte Fahne
starke Verschleißerscheinungen zeigt und eine Restaurierung nach
Einschätzung von Fachleuten nicht mehr möglich ist, beschließt die
Vorstandschaft unter Michael Schmid, eine neue anzuschaffen. Den Auftrag erhält die Fahnenstickerei Schmid in Bad Reichenhall. Die Kosten von 8.000 DM werden – wie 1921 – ausschließlich von Mitgliedern und Gönnern des Vereins beglichen. Da auch die Gemeinde eine großzügige Spende überreicht, bleibt sogar noch ein ansehnlicher Betrag zur Finanzierung des Festes übrig.
Das Festzelt wird von den Sängern im Hof des ehemaligen Hillebrand-Anwesens an der Aschheimer Straße aufgebaut. Es fasst 1.100 Personen, erweist sich aber als viel zu klein für die gewaltigen Zuschauermassen beim „Bunten Abend“. Hier führt Michael Schmid ge
konnt durch einen Melodienreigen der vergangenen neun Jahrzehnte, bestehend aus Volksliedern und Schlagern der jeweiligen Epochen. Wieder – wie vor zehn Jahren – spielt die schneidige Blaskapelle aus Ainet. Höhepunkt ist die „G’sangsprob’ am Donnerstag“ oder „Man möcht’s net für möglich halten.“ Die witzige Charakterisierung der einzelnen Sänger stammt vom „Knaller Max“, der sie auch vorträgt.
Tags
darauf, an einem strahlenden Sonntag, ist die eigentliche Fahnenweihe:
Ein farbenprächtiges Bild bietet sich den Zuschauern, als die
Fahnenjungfrauen Marion Fuchs, Christine Seidl, Margit Spitzweg und
Ingrid Kraus die neue Fahne zur Weihe tragen. Die Fahnenmutter Rosi
Kraus und die Festjungfrauen Christine Reisinger, Heidi Soller, Stefanie
Tremmel und Margit Haller folgen mit den Fahnenbändern. 
Im Innenhof des Pfarrzentrums wird die Fahne im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes von Pfarrer Georg Zandl geweiht. Zur musikalischen Gestaltung tragen die Sänger mit der Schubertmesse bei, dazu die Blaskapelle aus Ainet und der Lichtenrader Chor aus Berlin, der auf einer Ausflugsreise in Ismaning weilt. Zum Abschluss übergeben die Fahnenmutter und die Festjungfrauen die Fahnenbänder, wobei sie deren Bedeutung in Prologform aufzeigen.
Stolz trägt beim anschließenden Festzug, der von der Kapelle aus Ainet angeführt wird, Fähnrich Franz Landmann die neue Fahne durch das Dorf. Zusammen mit den 15 Gesang- und allen Ortsvereinen ergibt sich ein wunderschönes Bild, das bei den begeisterten Zuschauern einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Auch das 95-jährige Vereinsjubiläum wird gebührend gefeiert. Im
vollbesetzten Bürgerhaus findet im November ein „Bunter Abend“ statt.
Dabei wird nach einer Idee von Michael Schmid ein Sängerausflug
musikalisch nachgespielt, den Franz Risinger und Dieter Eschbaumer
getextet und mit entsprechenden Einleitungen zu den einzelnen
Reiseetappen versehen haben. Vom „Dämpfer-Clan” zum „Schmuse-Quartett”,
so lautet die Schlagzeile im Pressebericht (Eingeweihte wissen, wer
damit gemeint ist).

Chorleiter Ludwig Tremmel, der insgesamt zwanzig Jahre lang den Taktstock als Dirigent der Ismaninger Sänger geschwungen hat, tritt aus familiären Gründen zurück. Er hatte es verstanden, Gesang und Geselligkeit zu vereinen. Gerne erinnern sich die Sänger an Einladungen zu seinen Gartenfesten und an seine berühmten Dirigentenausflüge. Nicht umsonst wird er schon vor seinem letzten Arrangement zum Ehrendirigenten ernannt. Als Dank erhält er von den Sängern eine geschnitzte Tafel, die ihn beim Klavierspiel darstellt.
Friedemann Förster wird neuer Dirigent des Männergesangvereins.
Der MGV Ismaning feiert vom 14. bis 16. Juni sein 100-jähriges
Gründungsfest unter Beteiligung zahlreicher Gesang- und Ortsvereine. Der
Festplatz im Ismaninger Hain, Bilderbuchwetter und das gebotene
Festprogramm lassen die dreitägige Hundertjahrfeier des MGV zu einem
Jubiläum werden, an das sich die Ismaninger noch lange gerne
zurückerinnern.
Den Festauftakt bildet am 
14. Juni das Sängertreffen der Vereine des Münchner Nordostens mit einer musikalischen Reise durch die Welt des Musicals, des Spirituals, der Operette und des Schlagers. Neben den teilnehmenden Chören erweist sich das Sinfonische Blasorchester der Musikhochschule München mit seinen 60 jungen Musikern als besonderer Glanzpunkt der Veranstaltung.
Am
darauf folgenden Tag findet am Kriegerdenkmal zu Ehren der verstorbenen
und gefallenen Mitglieder des Männergesangvereins ein „Großer
Zapfenstreich“ statt.
Die Paradeaufstellung der Festkapelle und der
Schützenkompanie aus Ainet sowie der Ablauf der Ehrung, die ihren
Höhepunkt in den Salutsalven der Tiroler Schützen findet, hinterlassen
bei allen Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck.
Der Bunte Abend im voll besetzten Festzelt im Ismaninger Hain erweist sich als der Höhepunkt des Samstags. Dieter Eschbaumer und Franz Risinger führen in humorvoller Weise durch das abwechslungsreiche Programm. Beim „Stöbern“ im alten Notenkasten der Sänger entdecken die zwei so manches alte Erinnerungsstück und erwecken damit viele längst schlummernden Anekdoten aus den zurückliegenden 100 Jahren Vereinsgeschichte wieder neu zum Leben.
Neben den Auftritten des Ismaninger Männerchores erntet
die „G’sangsprob’ von Bummelsdorf“ (Bild rechts) mit Soloeinlagen von
Wolfram Machalitzky, Otto Engel, Sepp Schwarzmeier, Otto Stangl und Andi
Hörl den besonderen Applaus des Publikums.
Ein Schlagerpotpourri,
vorgetragen von einer Gesangsgruppe aus dem Kreis der Ismaninger Sänger
unter der Leitung von Ehrendirigent Ludwig Tremmel, wird von Mitgliedern
des Bauerntheaters passend in Szene gesetzt.
Der „Knaller Max“ mit seinem treffenden und brillanten Vortrag „Die Generalversammlung“ – oder „Da Miche macht’s scho wieder“ erweist sich einmal mehr als Meister der humorvollen Rede.
Der MGV Eitting und der MGV Eching als
Patenvereine der Ismaninger Sänger, Kurt und Martha Lukasser aus Ainet
in Osttirol sowie die Festkapelle runden mit gekonnten Darbietungen in
vortrefflicher Weise das Programm des Abends ab.
35 teilnehmende
Vereine, fünf Musikkapellen und zwei Pferdekutschen – besetzt mit
Landrat Heiner Janik, Bürgermeister Michael Sedlmair, Pfarrer Johannes
Serz, ehemaligen Vorständen, dem Ehrendirigenten und langjährigen
Mitgliedern – bilden am Sonntag den 16. Juni einen prächtigen Festzug
und ergeben eine Traumkulisse beim Festgottesdienst im Schlosspark.
Die
gesangliche Gestaltung der Hl. Messe übernimmt der Polizeichor aus
München. Bei bester Bewirtung im Festzelt durch Festveranstalter Sepp
Soller und die Wirtsfamilie Seidl von der „Mühle“ sind immer wieder
Gesangseinlagen der Gastchöre zu hören. Der Festakt findet mit der
Verteilung der Erinnerungsbänder seinen offiziellen Abschluss. Mit einer
Tanzveranstaltung geht das von Vorstand Michael Schmid und seinen
Sängern hervorragend organisierte und ausgerichtete 100-jährige
Gründungsfest der Ismaninger Sänger zu Ende.

Josef Zettl wird Vorstand des Männergesangvereins. Er übernimmt das Amt von Michael Schmid, der fast zwei Jahrzehnte hindurch mit Umsicht, Tatkraft und Traditionsbewusstsein die Geschicke des Vereins geleitet hat. Sein Wirken hat in hohem Maße zur Einbindung der Sänger in das örtliche Vereinsgeschehen und zum Ansehen des Vereins in unserer Gemeinde beigetragen. Auf seine Initiative gehen viele Auftritte der Sänger zurück, die – heute bereits zur festen Tradition geworden – aus dem Jahresablauf in unserer Gemeinde nicht mehr wegzudenken sind.
Die alte Vereinssatzung aus dem Jahre 1919 wird den Bedürfnissen und
Anforderungen der heutigen Zeit angepasst. Mit der Annahme der neuen
Satzung treten die nicht mehr zeitgemäßen „Satzungen für den
Gesang-Verein Ismaning“ aus dem Jahre 1919 außer Kraft.
In Gera/Thüringen wird dem MGV Ismaning, vertreten durch den 1. Vorstand Josef Zettl, während eines Festaktes die „Zelterplakette“ durch Bundespräsident Herzog verliehen. Carl-Friedrich Zelter war ein Berliner Komponist des 19. Jahrhunderts, der sich vor allem der Musik der Männerchöre verschrieben hatte. Um diese höchste Auszeichnung für Laienchöre zu erhalten, muss ein Gesangverein mindestens 100 Jahre aktiv tätig sein. Die „Zelterplakette“ wurde erstmals 1956 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss verliehen. Während des Sängertreffens der Vereine des Münchner Nordostens nehmen die Sänger diese seltene Würdigung aus den Händen der bayerischen Kultusministerin Monika Hohlmeier entgegen.
Michael Schmid wird aufgrund seiner großen Verdienste, die er sich um den Verein erworben hat, zum Ehrenvorstand ernannt.
Erstmals in der Vereinsgeschichte übernimmt eine Chorleiterin den Dirigentenstab. Frau Thea Stark dirigiert die Sänger seitdem mit großem Erfolg.
105-jähriges Gründungsfest

Am 27. Oktober feiert der MGV sein
105-jähriges Vereinsjubiläum im vollbesetzten Bürgersaal. Hubert
Zieglmeier führt souverän durch das Programm. „Ein Lied geht um die
Welt“, so lautet das musikalische Motto des Abends. Zusammen mit ihrer
Dirigentin Thea Stark unternehmen die Sänger an diesem Abend eine
musikalische Weltreise.
Neben alpenländischen Liedern sind bekannte
Operettenklänge und klassische Wienerlieder zu hören. Mit den
„Caprifischern“, „Santa Lucia“ und dem „Chiantiwein“ wird die
Italiensehnsucht der Zuhörer geweckt.
Ein musikalischer Sprung
über den „Großen Teich“ erfolgt mit den „American Folksongs“ und einer
Abfolge von „Black Spirituals“, als Novum gesungen in englischer
Sprache. Der Chor verabschiedet sich mit dem Lied vom „Bajazzo“ und
erntet dafür beigeisternden Applaus.
Zum großen Erfolg des Abends tragen neben den Gastgebern die Sängerrunde aus Schwoich bei Kuftstein, Martha und Kurt Lukasser aus Ainet in Osttirol und das Ismaninger Blasorchester bei.
Emil König, der von 1983 bis 1997 das Amt des
1. Schriftführers bekleidete und sich durch sein herausragendes Wirken
zum Wohle des Vereins große Verdienste erworben hat, wird zum
Ehrenschriftführer ernannt.
Am 24. Mai feiert der MGV Eitting sein 90-jähriges Gründungsfest. Der MGV Ismaning beteiligt sich am Festabend seines Patenvereins mit mehreren Liedvorträgen.
Erstmals in der Vereinsgeschichte nimmt der
Verein unter der musikalischen Leitung von Thea Stark in einem
Unterföhringer Tonstudio eine CD auf. Eine bunte Mischung aus
Volksliedern, Black Spirituals, Liebesliedern, Klassik- und
Kirchenliedern ist auf dem produzierten Tonträger zu finden.

Ehrendirigent Ludwig Tremmel verstirbt am 23. September plötzlich und unerwartet an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Der Ludwig war über 20 Jahre lang Chorleiter des MGV und wurde im Oktober 1979 als Dank für seine Verdienste zum Ehrendirigenten ernannt. Der MGV Ismaning gestaltet die Trauerfeier in Garching.
Der MGV beteiligt sich mit dem Blasorchester Ismaning, dem Trachtenverein Stamm und der Musikschule an einem Benefiz-Konzert zu Gunsten der Tsunami-Flutopfer in Südostasien. Im gut besetzten Bürgersaal wird den anwesenden Gästen ein erstklassiges und abwechslungsreiches Programm geboten.
Die Sänger des MGV kleiden sich anlässlich des bevorstehenden Gründungsfestes im Jahr 2006 bei der Firma Ganter in Ismaning ein. Bei Auftritten tragen die Sänger von nun an einheitlich das neue maßgeschneiderte Trachtensakko zu schwarzer Hose, weißem Hemd und Vereinskrawatte.
Als Patenverein nehmen die Sänger am 100-jährigen Vereinsjubiläum des MGV Aschheim teil. Erstmals kommt dabei das neue Trachten-Outfit zum Tragen.
Der MGV Ismaning gestaltet den Festgottesdienst im Aschheimer- Feststadl mit der „Deutschen Messe“ von Michael Haydn und dem „Vater Unser“ von G. Fischer. Das anspruchsvolle Programm bietet Darbietungen der Männergesangvereine aus Aschheim, Ismaning, Heimstetten, Unterföhring, Oberföhring, Feldkirchen, Trudering und Berg am Laim.
Aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums wird auch dem MGV Aschheim die begehrte „Zelter-Plakette“ verliehen.
Der MGV Ismaning feiert sein 110-jähriges Gründungsfest am 17. und 18. Juni im Ismaninger Bürgerhaus unter Beteiligung zahlreicher Gesang- und Ortsvereine.
Die Schriftführer Jakob Sailer (1914 bis 1919), Andreas Bläbst (1920 bis 1923), Georg Thalmaier, Peter Sigl, Georg Ittlinger (bis 1930), Michael Brandmeir (1931 bis 1962), Michael Hartl (1963 bis 1976), Josef Risinger (1977), Andreas Schweiger (1978 bis 1982) und (1998 bis 2002), Emil König (1983 bis 1997), Otto Stangl (seit 2003) haben mit bemerkenswerter Sorgfalt für ein umfangreiches Vereinsprotokoll gesorgt.{/slide}Verständlicherweise konnte nur ein kleiner Teil davon zusammengefasst werden. Wir haben uns bemüht, das Wichtigste darzustellen. Sollte dennoch etwas vergessen oder falsch interpretiert worden sein, so war dies keine böse Absicht.
